Endlich ist die Azubi-Stelle gefunden – nun fehlt nur noch der Ausbildungsvertrag. Was in einem solchen Dokument stehen soll, ist zu großen Teilen gesetzlich vorgeschrieben. Doch was muss ein Ausbildungsvertrag eigentlich enthalten?

Mit einer Unterschrift in eine neue Zukunft

Wer eine Zusage für eine Ausbildungsplatz erhält, geht bereits eine mündliche Vereinbarung ein. Doch eine schriftliche Festlegung des Vertrages darf auf keinen Fall fehlen. Als Arbeitnehmer ist es daher wichtig, stets auf einen Vertrag zu bestehen. Dieser wird von Azubi und Ausbilder gleichermaßen unterschrieben. Sollte der oder die Auszubildende noch minderjährig sein, müssen auch die Eltern unterschreiben.

Foto: ©istock.com/nicoletaionescu

Was steht in einem Vertrag für Auszubildende

Gesetzlich ist genau festgeschrieben, was in einem Auszubildendenvertrag zu stehen hat. Grundsätzlich müssen die folgenden Punkte festgehalten werden:

  • zeitliche Gliederung der Berufsausbildung
  • Dauer und Beginn der Ausbildung
  • Ausbildungsort
  • die täglichen Arbeitszeiten
  • Dauer der Probezeit
  • die Ausbildungsvergütung
  • Urlaubsansprüche
  • Bedingungen für eine Kündigung

So gehen beide Seiten sicher, dass die Ausbildung den eigenen Vorstellungen und Erwartungen entspricht. Es gibt allerdings auch ein paar Dinge, die nicht Teil eines Azubi-Vertrages sein dürfen. So dürfen Arbeitnehmer über den Vertrag nicht von Auszubildenden verlangen, dass diese nach der vereinbarten Ausbildungszeit im Betrieb arbeiten. Ebenso ungültig sind Vertragsstrafen, bei denen ein Azubi bezahlen muss, wenn er vorzeitig kündigt.

Kündigung und Auflösung eines Auszubildendenvertrages

Foto: ©istock.com/Marcus Krauss

Gerade bei einer Ausbildung stellt sich die Frage schnell, wann einem gekündigt werden kann oder unter welchen Bedingungen man als Azubi selbst die Kündigung einreichen kann. Und steht einem Auszubildenden im Falle einer Kündigung eine Abfindung zu? Grundlegend gilt, dass der Auszubildendenvertrag in der Probezeit ohne Angabe von Gründen von beiden Seiten gekündigt werden kann. Anschließend gilt die vereinbarte Kündigungsfrist, wie im Vertrag festgehalten. Für Azubis gilt außerdem eine Sonderregelung: Sie können stets mit einer vierwöchigen Frist kündigen, wenn sie den gewählten Beruf nicht länger erlernen wollen. Zudem steht bei einer Einigung zwischen Azubi und Ausbilder stets die Möglichkeit, den Vertrag mit beidseitigem Einverständnis aufzulösen.

Die Probezeit

Wie lang die Probezeit für einen Azubi ist, wird im Arbeitsvertrag festgehalten. Diese kann rein gesetzlich gesehen zwischen einem und vier Monaten betragen. Die Idee dahinter ist simpel: Auszubildender und Betrieb sollen feststellen können, ob das gemeinsame Arbeitsverhältnis den Erwartungen entspricht. Die Probezeit kann aber auch verkürzt werden, wenn der Azubi beispielsweise bereits in einem anderen Betrieb gearbeitet und dort Erfahrungen gesammelt hat. Wichtig ist hier: Während der Probezeit gibt es keine Kündigungsfrist.

Fazit

Als angehender Azubi sollte man sich stets die Zeit nehmen, um den eigenen Arbeitsvertrag genau unter die Lupe zu nehmen. Einmal getroffene Vereinbarungen lassen sich am Ende nicht mehr so leicht ändern.

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